Buchhandlung Artificium

Cesar Aira “Der Beweis” - bei uns im Sortiment-

Merthen Wortmann veröffentlicht auf “Zeit Online” eine vergnügliche Rezension, die ich hier ausgesprochen gerne auszugsweise wiedergebe:
"Vom argentinischen Autor César Aira heißt es, er würde Manuskripte, einmal beendet, nie erneut durchsehen und sie erst recht nicht überarbeiten. Ob das stimmt, ist schwer zu überprüfen. Vielleicht gehört es auch zur eigenen Legendenbildung. Oder es ist eine Art Schutzbehauptung, um aufkommender Kritik offensiv zu begegnen. Denn tatsächlich gerät man als Aira-Leser immer wieder an den Punkt, an dem man die Stirn in Falten legt, den Kopf schüttelt und denkt: Nee, ne? Weil Aira sich gerade wieder per Schleudersitz aus einer bis dahin einigermaßen nachvollziehbar erzählten Geschichte hinauskatapultiert, knallhart anderswo aufschlägt, dort aber einfach weitermacht, als hätte er nur harmlos einen Fuß vor den anderen gesetzt. Würde man die brutalen Sprünge, Schwenks und Richtungswechsel nicht als Leser, sondern als Verkehrsteilnehmer erleben, man litte schnell an einem Schleudertrauma.
Aber Autoscooter fahren macht ja auch Spaß. Und natürlich ist es keine Schludrigkeit, die Airas Texte aus der Kurve trägt, eher eine Art kontrollierte Unverschämtheit. Der Autor testet einfach aus, was geht; womit er durchkommt; welcher scheinbar rohe Schlenker vielleicht doch noch zu einem eleganten Salto führt. Da wird ein Splatterfinale an ein Stück sozialen Realismus montiert, Sci-Fi-Pulp wird mit einer Literaturbetriebs-Novelle verschnitten, oder bodygebuildete Gespenster werden durch eine Gastarbeitergeschichte gejagt – immer wieder krude, immer wieder kühn. Und weil Airas Werke meist kurz sind, kaum 100 Seiten lang, und man jedes einzelne auch für einen Ausrutscher halten könnte, ist es eigentlich eine schöne Idee, gleich mehrere Bücher auf einmal rauszuhauen, wie es jetzt der Verlag Matthes & Seitz macht, der mit drei bisher unveröffentlichten Werken gerade eine Bibliothek César Aira beginnt. Die soll in den kommenden Jahren auf zehn Bände anwachsen."

Mehr auf: www.zeit.de/2015/20/cesar-aira-unveroeffentlichte-novellen

Der Verlag schreibt über das Buch:

Aus dem Spanischen von Klaus Laabs. "Wollen wir ficken?" Maos Liebeserklärung nach Punk-Art hält die blonde Marcia für einen schlechten Scherz. Sie hat gerade die Talsohle einer schweren Depression hinter sich, Übergewicht und wenig Lust auf derlei Angebote. So versucht sie, sich der aufdringlichen Mao zu entziehen. Vergeblich. Bald fühlt sich Marcia dem Gespött der Leute um sie herum preisgegeben. Doch es kommt schlimmer, auch Maos schweigsamer Schatten, die Punkerin Lenin, verliebt sich in die mollige Schülerin. Der lesbischen Ménage à trois bleibt nicht viel Zeit für philosophische Diskurse über die Liebe. Ein Beweis muss her, ein Liebesbeweis. Diesen inszeniert Aira als infernalischen Schlussakkord dieses gradlinigen, an einen Action-Thriller erinnernden Kurzromans, der unter dem Titel "Aus heiterem Himmel" kongenial verfilmt wurde: Die beiden Punks überfallen einen Supermarkt, der Plot eines rauschhaft lustvollen Splatters wird wahr.

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