Buchhandlung Artificium

Carmen Laforet „Nada“ als Taschenbuch bei uns erhältlich.

Heute einmal anders herum; erst der Klappentext des Verlags und dann Teile der Rezension von Walter Klier auf „Zeit-Online“:

„Andrea träumt von einem Leben voller Glanz und Abenteuer, als sie 1944 aus der Provinz nach Barcelona kommt. Doch schon die Wohnung der Großmutter entpuppt sich als ein Geisterhaus, ihre Verwandten sind nur noch ein trauriges Abbild ihrer ehemaligen Eleganz. Wie anders ist dagegen das mondäne Leben der Studenten! Bürgertöchter mit Autos und Strandhäusern an der Costa Brava, verwegene Bohemiens, die vom Künstlerdasein schwärmen. Andrea beschließt, es ihnen gleichzutun und die Verführungen der Stadt zu kosten. Und die Liebe. Bis sich eines Tages ihre beiden Lebenswelten gefährlich nahe kommen und ihr fragiles Glück zu zerbrechen droht.

Carmen Laforet erzählt von einer jungen Frau, die in einer aus den Fugen geratenen Welt an ihrem Glück festhält. Nada ist ein Roman von Weltformat und ein zeitloser Klassiker – so zeitlos modern wie die Geschichte, die er erzählt.“

Nun Walter Klier: „Der Erstling der 1921 geborenen Autorin erschien 1944 und war gleich ein Erfolg. Er wurde verfilmt und 1952 erstmals in Deutschland veröffentlicht.

„Ich war damals schroff und unduldsam, wie es die Jugend eben ist.“ Das Buch ist voller Sätze wie diesem. Aber kann man denn heute, nachdem Nouveau roman, Dekonstruktivismus und jede Menge postmodern(istisch)er Spitzfindigkeiten über uns hinweggefegt sind, noch so schreiben? Ist eine solche Literatur, in der eine – scheinbar – einfache Stimme schlicht und ruhig im chronologischen Nacheinander und ohne die geringste Effekthascherei eine Geschichte von Stimmungen und Gefühlen erzählt, nicht hoffnungslos hinter unserer Epoche zurückgeblieben?

Die Irrelevanz der Theorien, ästhetischer und sonstiger, zeigt sich schließlich daran, daß „Nada“ einen berührt. Man glaubt der Erzählerin ihre Geschichte, und deshalb glaubt man ihr auch ihre oft fast kitschigen Sätze, ihre lapidaren Feststellungen und Erkenntnisse, die die einer Achtzehnjährigen auf dem Weg ins Leben sind. (…)

Da wir in solchem Maße auf „das Formale“ hin trainiert sind, wirkt diese scheinbare Schlichtheit, dieses Sprache gewordene Mund-und-Augen-Aufreißen über die Erbärmlichkeit der Umstände so auffällig, wie die Heldin des Romans in ihrem aus der Form geratenen Kleid und den alten Schuhen unter den eleganten Bürgertöchtern und gepflegt verwahrlosten Bohemiens wirken muss. Worüber (...) Paul Feyerabend für die Wissenschaften nachdenkt, das, scheint mir, gelingt Carmen Laforet hier für die Literatur:

Erkenntnis ohne Theorie.“

Suhrkamp Taschenbuch, 313 Seiten, ISBN 9783518466339, € 10,99

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