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Laurence Sterne "Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman" bei uns verfügbar

Auf „Zeit-Online“ wird die Ausgabe in der Übersetzung von Michael Walter von Alexander Camman wie folgt besprochen:

„Milan Kundera meinte, von diesem Roman aus dem fernen 18. Jahrhundert ginge der "Ruf des Spiels" an alle Nachfolger aus. Für Ernst Jünger war es das Lieblingsbuch seiner Jugend; in seinem Tagebuch notierte er später, dass er es jedoch nirgendwo mit größerem Verständnis gelesen habe als in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs. Goethe nannte den Verfasser mal eben den "schönsten Geist, der je gewirkt hat", Nietzsche schlicht den "freiesten Schriftsteller aller Zeiten". So klingt er also, der unsterbliche Ruhm.

Der "Ruf des Spiels", das der Pfarrer aus dem nordenglischen Örtchen Sutton on the Forest bei York da 1759 entfesselt hatte, elektrisierte bereits damals rasch ganz London. Leben und Ansichten von Tristram Shandy, Gentleman wurde gleich nach Erscheinen der ersten beiden Bände zur Sensation, sieben weitere sollten bis zum Tod des Autors 1768 folgen. (...)

Und ihm gelang damit sogleich die Revolutionierung der Gattung Roman, die paradoxerweise im lesewütigen 18. Jahrhundert gerade erst so richtig etabliert war. Denn Sterne sprengte einfach alle Erzählkonventionen, das macht dieses Werk bis heute so faszinierend. Um den Icherzähler Tristram Shandy geht es darin nämlich weniger, anders als der Titel suggeriert. Vielmehr erzählt dieser voller exzessiver Abschweifungen von den Seltsamkeiten seines Vaters Walter Shandy, eines philosophisch verdrehten Kopfes, der seit Jahren an einer Dissertation über die schicksalhafte Bedeutung von Nasen und Namen für einen Menschen schreibt, und von Onkel Toby, einem einstigen Armeehauptmann, dank einer Schussverletzung in der Schamgegend im Ruhestand, wo er mit seinem Diener, Korporal Trim, im Sandkasten Schlachten nachspielt.

Der Roman platzt vor komisch-absurden Figuren, Verrücktheiten, Erlebnissen, Dialogen und Betrachtungen – wovon die familiäre Leidenschaft für das fröhliche Reiten eines Steckenpferdes nur eine ist. Sterne schätzt zweideutig-frivole Anzüglichkeiten, ebenso das Jonglieren mit Szenen und Sprache. Und er liebt das Spiel mit der Form: Es gibt geschwärzte Seiten, wenn er vehementes Schweigen demonstrieren will, die Interpunktion tobt fröhlich im Text herum, so wie die vielen frechen Auslassungszeichen. Dem Zeitalter der Vernunft hält Sterne die scheinbare Unvernunft als Spiegel entgegen. (...)

Laurence Sterne kannte die Wirkung seines Romans: "Die eine Hälfte der Stadt beschimpft mein Buch mit Heftigkeit, während die andere es in den Himmel hebt – das Beste ist, dass sie es beschimpfen und kaufen." Und jetzt auch hören können.“

Das schreibt der Verlag über das Buch:

»Wo ist der Mann von Verstand und Geschmack, dessen Seele einen Sinn für die Launen des Genies, für Witz und Ironie, für attisches, britisches, Cervantisches, Rabelais’sches, und (was feiner und pikanter ist als alle vier übrigen Arten) für Yoricksches Salz hat; wo ist, sag ich, ein solcher Mann, in dessen Händen Tristram Shandy nicht schon wäre, der nicht lieber alle seine übrigen Bücher, und seinen Mantel und Kragen im Notfall dazu, verkaufen wollte, um dieses in seiner Art einzige, dieses mit allen seines Verfassers Wunderlichkeiten und Unarten dennoch unschätzbare Buch anzuschaffen, von Stund an zu seinem Leibbuch zu machen, und solange darin zu lesen, bis alle Seiten davon so abgegriffen und abgenutzt sind, dass er sich – zum größten Vergnügen des Verlegers – ein neues anschaffen muss?«, fragte Christoph Martin Wieland im 18. Jahrhundert.

Und wir können heute unverändert dasselbe fragen: Ja, wo wäre er? Aber vor allem: Was hätte er die letzten Jahre gemacht, wenn er nicht so glänzend Englisch kann, dass er die genialisch-kniffligen Feinheiten und hochverzwickten Zweideutigkeiten des Originals versteht? Denn die einzig wirklich adäquate, die wahrhaft kongeniale Übersetzung dieses Ur-Buchs der komischen Literatur war jahrelang nicht lieferbar.
Jetzt gibt es sie endlich wieder.“

Galiani Verlag, 848 Seiten, Klappenbroschur, € 24,99, ISBN 978-3-86971-119-5

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