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Jenny Erpenbeck "Gehen, ging, gegangen"

In einer ausführlichen Rezension im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung resümiert Friedmar Apel:

„Jenny Erpenbecks gründlich recherchierter Tatsachenroman erscheint an der Schwelle einer dramatischen Ausweitung des Flüchtlingsproblems wie der politischen Auseinandersetzung damit. Das könnte Missverständnisse erzeugen. Es handelt sich nämlich nicht um einen flammenden Aufruf zur Weltverbesserung, sondern um eine Geschichte aus individuellen Geschichten, eine erzählerische Konstruktion symbolischer Zuständigkeit für das Erleben und Erleiden der Flüchtlinge, die in der Wirklichkeit der Flüchtlingsverwaltung nicht gegeben ist.

Obwohl diese Geschichten sehr bewegend sind, appelliert „Gehen, ging, gegangen“ nicht vordergründig an das Mitleid des Lesers. Vielmehr bringt dieser Roman sehr reflektiert und durchaus unterhaltsam die Literatur als Medium des Verstehens zur Geltung, indem sich das Fremde und das Eigene als zwei Seiten eines Zusammenhangs erweisen. Oder wie der Anwalt die alten Römer zu zitieren pflegt: „Wenn das Haus deines Nachbarn brennt, geht es auch dich an.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/gehen-ging-gegangen-von-jenny-erpenbeck-13770081.html

Das schreibt der Verlag:

"Jenny Erpenbeck erzählt eine Geschichte vom Wegsehen und Hinsehen, von Tod und Krieg, vom ewigen Warten und von all dem, was unter der Oberfläche verborgen liegt.

Entdeckungsreise zu einer Welt, die zum Schweigen verurteilt, aber mitten unter uns ist.

Wie erträgt man das Vergehen der Zeit, wenn man zur Untätigkeit gezwungen ist?

Wie geht man um mit dem Verlust derer, die man geliebt hat? Wer trägt das Erbe weiter?

Richard, emeritierter Professor, kommt durch die zufällige Begegnung mit den Asylsuchenden auf dem Oranienplatz auf die Idee, die Antworten auf seine Fragen dort zu suchen, wo sonst niemand sie sucht: bei jenen jungen Flüchtlingen aus Afrika, die in Berlin gestrandet und seit Jahren zum Warten verurteilt sind. Und plötzlich schaut diese Welt ihn an, den Bewohner des alten Europas, und weiß womöglich besser als er selbst, wer er eigentlich ist."

Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen
Knaus Verlag 2015
19,99 Euro

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