Buchhandlung Artificium

Almut Klotz „Fotzenfenderschweine“ - bei uns zu beziehen.

 

Zugegeben, die Buchvorstellung kommt ein wenig spät.

Nicht nur, weil das Buch schon über einen Monat zu haben ist, sondern weil Andrea-Hanna Hünniger auf "Zeit"-Online (1) in Sachen Aufmerksamkeitsökonomie bemerkt:

"Übrigens macht man mit dem Titel ziemlich viele neue Bekanntschaften.

Besonders im Urlaub am Strand."

Vielleicht wird es noch etwas mit Kontaktaufnahmen bei der Lektüre in einem Straßencafé?!

Jedenfalls veranlasste die "Welt" der Titel sogar zu einer regelrechten "Warnung"

"Nein, wirklich nicht. Man nennt kein Buch so. Man nennt kein Buch "Fotzenfenderschweine", es ist eklig und es gehört sich nicht, und auch wenn das Buch im Verbrecher Verlag erscheint und die Provokation und der Ekel und so weiter natürlich genau das sind, was mit diesem Titel erreicht werden soll, fühlen wir uns gezwungen, diese abscheuliche Wortkombination hier noch einmal aufzuschreiben, um Sie davor zu warnen." (2)

Was also ist ein "Fotzenfenderschwein", außer eine "abscheuliche Wortkombination"?

"Deutschlandradio Kultur" (3) verrät über das posthum erschiene Buch:

"Bis kurz vor ihrem frühen Krebstod mit 50 Jahren schrieb Almut Klotz noch an einem Buch, das ihr langjähriger Lebensgefährte Christian Dabeler (Anm.: genannt der "Reverend" oder "Rev") und ihr Sohn Aaron Klotz nun gemeinsam im Verbrecher Verlag herausgegeben haben.

Auf den Wunsch der Autorin trägt das Fragment den Titel "Fotzenfenderschweine" - ein von Dabeler benutztes Schimpfwort, der im Anhang des Buchs nebst Foto in einem Kommentar verrät, dass der Wortkern auf die kugelförmigen Polster (Fender) zurückgeht, die zum Schutz des Rumpfs eines Bootes oder einer Yacht an die Kaimauer gehängt werden."

Christina Mohr schreibt in der "Spex" (4): "Es ist ein Jammer, dass ihr autobiografischer Text posthum erscheint. Dass es also keine Lesungen mit ihr und dem Reverend geben wird, kein "Taylor-Burton-Ding" (Zitat Dabeler) auf der Bühne oder Backstage. Trotzdem oder gerade deswegen ist "Fotzenfenderschweine" ein großes Geschenk: Fragment zwar, gerade mal hundert Seiten aus Klotz' Hand, aber dennoch komplett und vollkommen."

1988 gründet Almut Klotz "mit Christiane Rösinger und Funny von Dannen die Band Lassie Singers. Zehn Jahre später trifft sie den Musiker, Autor, Schauspieler Reverend Christian Dabeler, einen geheimnisvollen, traurigen Mann mit tiefer Stimme und Hund.

Eine Liebe beginnt zwischen Hamburg und Berlin, die atmosphärisch an die großen bohemesken Liebesgeschichten der Weltliteratur erinnert; an Aragon oder Sklowskis "Zoo oder Briefe über die Liebe" und die Zeit, als man das las. Almut Klotz schreibt so wahrhaftig und präzise wie Knausgård, nur nicht ganz so detailbesessen und vor allem humorvoller. Das Schöne an dieser Liebesgeschichte ist, dass sie zweistimmig erzählt ist; Reverend Christian Dabeler ist als Sprechender nicht weniger in dem Buch präsent als Almut Klotz.", so die "taz". (5)

Christof Meueler führt in der "jungen welt" weiter aus: "Klotz begreift sich und Dabeler als das Gegenbeispiel zu den typisierten Paarproblemen, wie sie in der "Brigitte" (...) abgehandelt werden. Nicht die Frau spricht unentwegt, sondern der Mann. Er ist "derjenige, der immer Aussprache will und Liebesbeweise braucht, ich die Stoische, die so denkt: 'Ach, das wird schon wieder, darüber reden bringt doch nichts'". Tatsächlich wird einem hier mal wieder klar, was das Wichtigste ist in Beziehungen überhaupt: "Ich rede, also bin ich", erkennt Klotz." (6)

Zum Abschluss noch einmal Andrea-Hanna Hünniger: "Es ist ein Werk aus einer Schublade, die einen starken Sog entwickelt. Man liest es, weil es so unfertig ist, mit allergrößtem voyeuristischen Interesse. Man muss so oft lachen, über die beschriebene Hilflosigkeit. Dieses Buch macht Spaß. Es ist ein Künstlerpaar, das über zehn Jahre darum kämpft, einen Konsens zu finden. Und irgendwann hat man's verstanden: Beide wollten, dass der andere gewinnt."

Oder um den Titel und Untertitel der Rezension der "taz" zu zitieren: "Das ist das Glück - Liebesgeschichte, Abhandlung über Außenseiter und Autobiografie: Das Romanfragment der Musikerin Almut Klotz ist all das in einem."

Verbrecher Verlag, Hardcover, 144 Seiten, mit Abbildungen, € 19,00

 

(1) www.zeit.de/kultur/literatur/2016-08/almut-klotz-fotzenfenderschweine-roman

(2) www.welt.de/print/wams/kultur/article156568620/Die-Warnung.html

(3) www.deutschlandradiokultur.de/fotzenfenderschweine-almut-klotz-erzaehlt-von-ihrer-liebe.2177.de.html

(4) www.spex.de/2016/08/27/almut-klotz-fotzenfenderschweine-review/

(5) www.taz.de/Fotzenfenderschweine-von-Almut-Klotz/!5322463/

(6) www.jungewelt.de/2016/08-11/048.php

 

 

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