Buchhandlung Artificium

Paul Mason „Postkapitalismus - Grundrisse einer kommenden Ökonomie“ - erschienen am 11.4.2016; wir haben es vorrätig.

An dieser Stelle der Klappentext des Verlags zuerst und dann aus den Rezensionen des Buches:

„Wir stehen am Anfang von etwas Neuem.

Drei Dinge wissen wir: Der Kapitalismus hat den Feudalismus abgelöst; seither durchlief er zyklische Tiefs, spätestens seit 2008 stottert der Motor. Was wir nicht wissen: Erleben wir eine der üblichen Krisen oder den Anbruch einer postkapitalistischen Ordnung?

Paul Mason blickt auf die Daten, sichtet Krisentheorien – und sagt: Wir stehen am Anfang von etwas Neuem. Er nimmt dabei Überlegungen auf, die vor über 150 Jahren in einer Londoner Bibliothek entwickelt wurden und laut denen Wissen und intelligente Maschinen den Kapitalismus eines Tages »in die Luft sprengen« könnten. Im Zeitalter des Stahls und der Schrauben, der Hierarchien und der Knappheit war diese Vision so radikal, dass Marx sie schnell in der Schublade verschwinden ließ. In der Welt der Netzwerke, der Kooperation und des digitalen Überflusses ist sie aktueller denn je.

In seinem atemberaubenden Buch führt Paul Mason durch Schreibstuben, Gefängniszellen, Flugzeugfabriken und an die Orte, an denen sich der Widerstand Bahn bricht. Mason verknüpft das Abstrakte mit dem Konkreten, bündelt die Überlegungen von Autoren wie Thomas Piketty, David Graeber, Jeremy Rifkin und Antonio Negri und zeigt, wie wir aus den Trümmern des Neoliberalismus eine gerechtere und nachhaltigere Gesellschaft errichten können.“

Im „Tagesspiegel“ (1) beschreibt Carolin Haentjes den Ansatz einer alternativen Gesellschaft, den Mason bereits im Entstehen sieht wir folgt:

„(…) Momentan handelt es sich in seinen Augen um eine Krise, mit der sich der Kapitalismus selbst abschafft: Die Innovationsfähigkeit des Wirtschaftssystems, wie wir es kannten, ist an ihrem Ende angelangt. Die selbst hergestellten Widersprüche lassen sich nicht mehr integrieren.

Im Zentrum dieser Entwicklung verortet der BBC-Journalist die Informationstechnologie. In seinem Buch „Post-Kapitalimus“ (Suhrkamp) erläutert er, dass IT-Techniken einen Überfluss generieren, der in Widerspruch zu einem Markt der verknappten Güter steht. Mason verweist auf den rasanten Preisverfall im IT-Markt und auf die Massenproduktion digitaler Information. Diese Faktoren, argumentiert er, begünstigen neuartige Formen des Wirtschaftens sowie anderer Arten von Dienstleistungen und Waren. Als Beispiele nennt er Parallelwährungen, wie sie Zeitbanken zum Tausch nachbarschaftlicher Hilfe erfassen, und Open-Source-Projekte. Diese Formen, so Mason, wirken sich bereits aus. Menschen beginnen anders zu „handeln“ – im doppelten Sinn des Worts.“

Guido Speckmann führt im „Neuen Deutschland“ (2) weiter aus:

„Mason zufolge berge die digitale Revolution das Potenzial in sich, den Kapitalismus zu überwinden und eine postkapitalistische Gesellschaft ohne Privateigentum zu verwirklichen. Ein wichtiges Argument dabei lautet, dass es dank des Internets nunmehr möglich ist, Waren wie Software, Musik und das Objektdesign zu gegen null gehenden Kosten zu reproduzieren. Daraus ergebe sich der gegenwärtige Hauptwiderspruch des Kapitalismus: der zwischen unbegrenzt zur Verfügung stehendem Wissen und Eigentumsrechten, die begrenzt sein müssen.

Die neue Technologie, so schreibt Mason mit Blick auf die heutige Linke, eröffnet einen neuen Ausweg. »Diesen Weg müssen die letzten Vertreter der alten Linken und alle von ihr beeinflussten Kräfte einschlagen. Oder sie werden untergehen.« Das ehemalige Mitglied der trotzkistischen »Workers‹ Power group« bezeichnet sich heute als »radikalen Sozialdemokraten«, der die Schaffung eines peer-to-peer-Sektors neben Markt und Staat als Element einer langfristigen Transformation hin zu einer postkapitalistischen Ökonomie befürwortet.“

In der „taz“ (3) wird resümiert: „Mason erkennt in denselben Bedingungen, die den Neoliberalismus erfolgreich machten, die Chancen für dessen Überwindung. So führe die zunehmend auf Informationen basierende Wirtschaft dazu, dass Märkte keine Preise mehr festlegen können, da sie traditionell auf Knappheit beruhen, während Informationen im Überfluss vorhanden sind. (…) Zudem gebe es immer mehr Güter und Dienstleistungen, die kollaborativ hergestellt werden und damit dem Diktum des Markts zuwiderlaufen.

Masons Paradebeispiel ist Wikipedia, das als aus freiwilliger Arbeit von Millionen Menschen entstandenes Produkt zukünftige Arbeitsformen antizipieren könnte. Besonders in derlei Open-Source-Projekte sollte der Staat, der nach Masons Ansicht im Gegensatz zur Ansicht vieler Linker nicht abgeschafft, sondern Teil des postkapitalistischen Projekts werden muss, investieren – ganz im Sinne des Gründers der Sozialdemokratie, Ferdinand Lassalle, der einst staatlich finanzierte Genossenschaften forderte.“

(1) www.tagesspiegel.de/kultur/paul-mason-im-hkw-berlin-der-kapitalismus-ist-am-ende/13412300.html

(2) www.neues-deutschland.de/artikel/1007416.die-kommende-oekonomie.html

(3) www.taz.de/!5289831/

Suhrkamp Verlag, Erscheinungsdatum: 11.04.2016, Gebunden, 430 Seiten, € 26,95

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