Buchhandlung Artificium

Martin Walser „Ein sterbender Mann“ ist bei uns zu beziehen.

Eine Passage aus meiner Lieblingsrezension (inklusive schöner, von mir hervorgehobener Wortschöpfung) nachfolgend; diese entstammt der „Badische Zeitung“, verfasst von Bettina Schulte:

„Altersnarrsinn (!!!): Der schreibbesessene Martin Walser veröffentlicht seinen neuen Roman "Ein sterbender Mann" . Und schert sich nicht um literarische Glaubwürdigkeit oder Realismus.

Natürlich bleibt "Ein sterbender Mann" ein Roman, der aus dem unerschöpflichen Worterfindungsquell des literatur- und schreibbesessenen Alten vom Bodensee stammt. Eine Mauer aus Wörtern gegen jede Art Wirklichkeit zu errichten, wie es der gescheiterte Unternehmer Theo Schadt, 72, von sich behauptet: Das ist ja immer auch die Spezialität seines Schöpfers gewesen. In "Ein sterbender Mann" treibt dieser es besonders toll: Wie alle Figuren sich am Ende auf dem Reißbrett ihres Erfinders zusammenfügen und jede plötzlich mit jeder zusammenhängt, in zwei Fällen sogar identischerweise: Das ist schon ein dreistes Erzählerstück, eine handwerkliche Übertreibung, die man einem Schriftsteller mit so vielen tausend und abertausend Seiten im Rücken gern als Altersnarrsinn durchgehen lässt. Das gilt ebenso für die überaus lockere Verschnürung der Motive und die unbekümmerte Handhabung unterschiedlicher Stilelemente wie Briefroman, Lyrik (oh Schreck), Erzählung, Aphorismus und, nicht zu knapp, Satire.“

Der Klappentext des Verlags:

„Theo Schadt, 72, Firmenchef und auch als „Nebenherschreiber“ erfolgreich, wird verraten. Verraten ausgerechnet von dem Menschen, der ihn nie hätte verraten dürfen: Carlos Kroll, seinem engsten und einzigen Freund seit 19 Jahren, einem Dichter. Beruflich ruiniert, sitzt Theo Schadt jetzt an der Kasse des Tangoladens seiner Ehefrau, in der Schellingstraße in München. Und weil er glaubt, er könne nicht mehr leben, wenn das, was ihm passiert ist, menschenmöglich ist, hat er sich in einem Online-Suizid-Forum angemeldet. Da schreibt man hin, was einem geschehen ist, und kriegt von Menschen Antwort, die Ähnliches erfahren haben. Das gemeinsame Thema: der Freitod.

Eines Tages, er wieder an der Kasse, löst eine Kundin bei ihm eine Lichtexplosion aus. Seine Ehefrau glaubt, es sei ein Schlaganfall, aber es waren die Augen dieser Kundin, ihr Blick. Sobald er seine Augen schließt, starrt er in eine Lichtflut, darin sie. Ihre Adresse ist in der Kartei, also schreibt er ihr – jede E-Mail der Hauch einer Weiterlebensillusion. Und nach achtunddreißig Ehejahren zieht er zu Hause aus. Sitte, Anstand, Moral, das gilt ihm nun nichts mehr. Doch dann muss er erfahren, dass sie mit dem, der ihn verraten hat, in einer offenen Beziehung lebt. Ist sein Leben “eine verlorene, nicht zu gewinnende Partie"?

Martin Walsers neuer Roman über das Altsein, die Liebe und den Verrat ist beeindruckend gegenwärtig, funkelnd von sprachlicher Schönheit und überwältigend durch seine beispiellose emotionale Kraft.“

Martin Walser „Ein sterbender Mann“

ISBN 9783498073886
Rowohlt, 2016, Hardcover,

288 Seiten, 19,95 Euro

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